9 einfache Tipps für Wein-Webshops

Heute ist es für die meisten Weingüter absolut notwendig ihre Weine auch über die eigene Webseite zu verkaufen. Bei vielen Weingütern macht der Web-Verkauf im eigenen Wein-Webshop bereits einen großen Teil des Umsatzes aus. Natürlich muss der Winzer-Webshop dazu erst einmal von Google & Co. gefunden und durch den Weinkunden auch betreten werden. Dabei gelten die selben Regeln für gute Webseiten, die wir Ihnen bereits erläutert haben. Beim Webshop Ihres Weinguts gibt es aber eine Reihe weiterer Punkte zu beachten, die wir Ihnen in diesem Artikel ein wenig besser erklären möchten.

 

1. Übersicht und Struktur

Falls Sie schon einen Wein-Webshop besitzen, öffnen Sie ihn doch mal im Hintergrund und versetzen Sie sich in einen Neukunden. (Ein gutes Beispiel kann auch der Shop eines anderen Weingutes sein.) Stellen Sie sich folgende Fragen. Beantworten Sie eine Frage mit nein, überlegen Sie sich Verbesserungen an diesem Punkt:

  • Ist die Darstellung strukturiert und übersichtlich?
  • Sind Ihre Weine klar geordnet und gegeneinander abgegrenzt? 
  • Gibt es Produktkategorien?
  • Sind die Produktkategorien aus Kundensicht sinnvoll...
  • ... oder sind sie nur "Produkte" der Weinguts-Verwaltung?
  • Kunden sind es gewöhnt einfach zu suchen: Kann man schnell nach den Weinen Suchen?

 

2. Erfassbarkeit der Weine

Viele Winzer haben eine große Menge an Weinen oder anderen Produkten auf ihrer Weinguts-Webseite. Hier gilt: Überfordern Sie Ihre Kunden nicht. Hinterlegen Sie nicht gleich alle Informationen auf einer großen Seite, sondern geben Sie den Weinkunden die Möglichkeit sich schnell einen Überblick zu verschaffen. Arbeiten Sie mit einem kurzen Teaser der Wein-Beschreibung und liefern Sie nur die wichtigsten Informationen wie:

  • Wein-Bild der gesamten Flasche.
  • Name bzw. Verkaufstitel des Weines
  • Kurzer Teaser der Beschreibung
  • Wein-Preis

 

3. Ästhetische Gestaltung

Viele Webseiten von Weingütern verfügen in ihren Webshops über verwackelte, mit dem Handy selbst geschossene Bilder. In vielen Fällen sind sie unscharf, verwackelt oder schlecht belichtet. Auch Standard-Bilder oder Platzhalter machen in Wein-Webshops keinen guten Eindruck, sondern wirken schnell unseriös. Hierbei spielt die Wertigkeit Ihrer Weine keine Rolle. Wir würden ja schließlich selbst im Internet zum Beispiel kein Smartphone kaufen, dass wir auf dem Foto nicht richtig erkennen können!?

"Ist Ihr Foto nicht ansprechend, so ist Ihr Wein es wohl nicht wert ansprechend fotografiert zu werden." Dieser Gedanke könnte sich so im Kopf des Kunden unterbewusst abspielen. Hinterlegen Sie auch mehrere Bilder zu einem Wein. Starten Sie mit einer ansprechenden Komplettansicht und hinterlegen Sie auch Bilder zum Etikett oder besonderen Details.

 

4. Die Wein-Beschreibung

Erst einmal ein paar Vorüberlegungen zum Wein: Wein ist ein Luxusprodukt. Ich brauche ihn nicht (Winzer und Weinfreunde werden widersprechen) zwingend zum Leben. Ich kann ihn auch nicht gleich auf der Webseite probieren um mir einen Eindruck zu machen. Dabei ist die Konkurrenz hoch.

Bei jedem Wein muss man wie bei einer Webseite vorgehen: Der Kunde bleibt meist am Titel oder Bild hängen und entscheidet sich dann dafür, sich den Wein näher anzusehen. Hier gibt es unterschiedliche Kategorien an Weinkunden, die wir kurz zusammen fassen möchten:

Der zielorientierte Kopf-Typ:
Der zielorientierte Weinkunde will schnell alle wichtigen Informationen haben und dann entscheiden. Hinterlegen Sie ihm die Pflichtangaben, sowie den Preis ansprechend und schnell ersichtlich zum Beispiel in einer kleinen Tabelle zum Wein. Hier sollten alle wichtigen Punkte aufgelistet sein. Der zielorientierte Weinkunde wird sich die Texte nur so weit wir nötig durchlesen. Hinterlegen Sie passende Speisen oder enthaltene Nuancen und Prämierungen entweder auch in dieser Tabelle oder noch besser als kleines Piktogramm (die sind schneller zu erfassen).

Der emotionale Kopfkino-Typ:
Dieser Weinkunde kauf emotional. Er braucht eine Geschichte zum Wein. Er will sich den Wein vorstellen, schmecken und erleben. Dazu hat er verschiedene Motivationen: Er kann diese Information für sich benötigen oder er will damit Freunde beeindrucken, denen er den Wein anbietet. Liefern Sie ihm also eine Geschichte zum Wein. Machen Sie ihn neugierig zum weiter lesen und überraschen Sie ihn mit einer pfiffigen Geschichte.

Der bekannte "Zeit ist Geld"-Typ:
Dieser Weinkunde kennt ihre Weine bereits. Er hat klare Vorstellungen was er will und weiß in der Regel auch, was der Wein kostet. Er will eigentlich nur schnell zum Ziel kommen und den Wein kaufen. Ermöglichen Sie also diesem Kunden einen Wein schnell zu finden und direkt und ohne große Umschweife zu bestellen.

 

5. Bestätigung und Zielführung

Auch Weinkunden erhalten gerne Bestätigung, dass sie gerade das Richtige machen. Vielen Weinguts-Webseiten und Wein-Webshops scheint es aber egal zu sein, was ihre Kunden machen. Lassen Sie Ihren Weinkunden nicht im Stich! Führen Sie ihn durch Ihre Seite. Regen Sie ihn dazu an jetzt den Wein in den Warenkorb zu legen, mehr Felder auszufüllen oder sich eine Beschreibung durchzulesen:

Schlecht: "Mehr dazu"
Besser: "Jetzt mehr zur prämierten Riesling Spätlese erfahren"

Schlecht: "Kaufen"
Gut: "Jetzt Wein direkt nach Hause bestellen"
Besser: "Sichern Sie sich jetzt einige unserer letzten Flaschen Riesling Spätlese direkt nach Hause"

Animieren Sie ohne zu befehlen und führen Sie den Weinkunden sanft zum Abschluss. Bestätigen Sie auch Eingaben auf Formularen mit zum Beispiel grünen Haken nach jedem Feld. Geben Sie Bestätigung, dass der Weinkunde auf dem richtigen Weg ist und gerade etwas Sinnvolles tut.

 

6. Transparenz

Wir Menschen wissen gerne was auf uns zukommt. Daher werden wir schnell stutzig, wenn jemand etwas vor uns versteckt oder sich Konditionen plötzlich ändern. Sind wir erst einmal misstrauisch, bestellen wir auch nicht mehr oder wenn überhaupt erst nach langem Zögern.

  • Verstecken Sie nichts und geben Sie alles offen an
  • Preise, Versandkosten, zusätzliche Kosten sind immer direkt am Wein ersichtlich
  • Preise und Weine sind gut vergleichbar
  • Versandkosten sollten in den Weinpreis eingerechnet werden um die Vergleichbarkeit zu erhöhen

 

7. Machen Sie es einfach

Machen Sie es Ihren Weinkunden so einfach wie möglich zu bestellen. Das klingt jetzt trivial! Jedes auszufüllende Feld erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Kaufabbruchs. Wir geben im Internet nämlich gerne so wenig wie möglich von uns preis und sind schnell genervt, wenn Formulare zu lang werden. Fragen Sie zum Beispiel nicht nötige Punkte wie Faxnummer, Bundesland, Telefon o.ä. ab? Verabschieden Sie sich von allen Feldern, die für den Versand nicht zwingend notwendig sind. Füllen Sie Felder im Voraus aus (Land / Zahlungsart etc...), erklären Sie ganz genau wozu die Felder dienen und beschriften Sie übersichtlich. Prüfen Sie die folgenden Punkte in Ihrem Wein-Shop:

  • Ist die Warenkorb-Schaltfläche gut zu sehen?
  • Kommt man von jeder Webseite zum Webshop?
  • Erkennt man den Webshop als solchen?
  • Sehe ich beim Bestellprozess, wie weit ich bin?
  • Erhält der Weinkunde eine positive Rückmeldung zu seinen Handlungen (Grüne Haken, "Gleich geschafft"...)?
  • Gibt es Ablenkungen beim Bestellen und können diese Ablenkungen entfernt werden (Links, Bilder, Entscheidungen)?
  • Hat der Kunde die Möglichkeit eine Notiz zur Weinbestellung anzulegen?

 

8. QR-Codes - Schnittstelle zwischen Wein und Smartphone

QR-Codes sind kleine Piktogramme, die durch Smartphones gelesen werden und Weinkunden auf Webseiten weiter leiten können. Weinkunden haben heute oft ein Smartphone dabei, wenn sie Ihren Wein trinken. Hier ist Ihre Chance die Kunden zum Nachkaufen zu animieren. Hinterlegen Sie QR-Codes auf Ihren Weinen, die die Kunden zum Shop bringen. Oder noch besser: Die QR-Codes bringen Ihre Kunden direkt zum entsprechenden Wein samt Expertise. Natürlich funktioniert das nur, wenn Ihr Webshop auf die Nutzung mit Smartphones hin optimiert ist.

 

9. Rechtstexte und rechtliche Gegebenheiten im Auge behalten

Die Rahmenbedingungen für den Handel im Internet ändern sich oft binnen eines Jahres. Was im letzten Jahr noch in Ordnung war, kann jetzt schon nicht mehr richtig sein. Dabei handelt es sich zum einen um die Gestaltung des Webshops, aber auch auch um die notwendigen Rechtstexte wie AGB, Widerrufsbelehrung, Datenschutzerklärung, Impressum uws. Auf der einen Seite wird die Angst vor Abmahnungen an dieser Stelle etwas hoch getrieben, auf der anderen Seite sollte man sich natürlich an Vorgaben genau halten. Eine Lösung, die Sie als Verkäufer zu 100% von dieser Arbeit entbindet gibt es vermutlich nicht - am Ende stehen immer Sie in der Verantwortung. Unsere Empfehlungen für Sie (alle Angaben ohne Gewähr):

  • Überprüfen Sie Ihren Webshop regelmäßig auf seine Funktionsweise und Aufbau. Zu diesem Thema geben auch die Handwerksammern oft gute Broschüren heraus, mit denen man auch ohne Fachwissen seinen Webshop abgehen und Webmaster instruieren kann. (Beispiel hier.)
  • Arbeiten Sie mit einem Anwalt zusammen, der Ihnen AGBs stellt und Sie bei Änderungen darüber informiert. Dazu bieten wir mit unserem Rechts-Partner auch einen Service schon ab 10€ mntl. an: Fragen Sie uns einfach!
  • Die beste (aber auch teureste) Lösung, ist den Shop mit einem auf diesen Themenbereich spezialisierten Anwalt regelmäßig zu kontrollieren.

 

Der Weg zu Ihrem eigenen Webshop

Wenn Sie einen neuen Webshop erstellen möchten, bietet das Weinbau-online.de Team dafür verschiedene Möglichkeiten an. Vom kostenlosen, provisionsbasierten Webshop, über den Smartphone-optimierten Privat-Shop für die eigene Seite, bis zum Anschluss Ihres eigenen Shop-Systems gibt es viele Möglichkeiten. Mehr Informationen zum Weinbau-online.de Privatshop finden Sie hier.